Pressemitteilung zur JHV des Naturschutzverein Weseraue e.V. am 13.03.2026 in Hilgermissen, Gaststätte TWINS
Der voll besetzte Clubraum bei der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Twins in Hilgermissen bezeugte das große Interesse der Mitglieder am Naturschutz. Der Vorsitzende, Dr. Arne Röhrs, berichtete in seiner Zusammenfassung über das abgelaufene Jahr 2025.
Neben zahlreichen Sitzungen wurden einige Anträge zur Förderung und Verbesserung des regionalen Wassermanagements gestellt, die jedoch in diesem Jahr noch nicht realisiert werden konnten. Zum einen ging es um die Verbindung der Hoyaer Emte und der Blender Emte, um den Wasserhaushalt des Alveser Sees zu verbessern und bei Hochwasser mehr Wasser im Hinterland zu halten. Weiterhin standen die Installation eines Wassermonitoringsystems, das den Wasserstand der örtlichen Gewässer, den Grundwasserstand sowie die Niederschläge misst, sowie die Neuerrichtung einer Brücke mit Staufunktion am Hilgermisser Kolk im Fokus. Das Wassermanagement wird angesichts immer häufiger auftretender Extremwetterereignisse ein wichtiger Aspekt für eine nachhaltig positive Entwicklung unserer Region sein. Der Verein verfolgt diese Projekte daher weiter.
Weitere Punkte waren Nistkastenreinigungsaktionen sowie die Sammlung von Ausgleichsflächen für den Bau des Umspannwerks in Mehringen. Eine spannende Aufgabe ist jedes Jahr die Arbeit des Teams Wildtierrettung. Alljährlich werden zwischen April und Juni Wiesen nach Bodenbrütern, Hasen oder Rehen abgesucht, damit diese nicht den Mähtod erleiden. Auch im Jahr 2025 konnten erfolgreich über 90 Hektar abgesucht und mehr als 15 Kitze sowie einige Gelege von Bodenbrütern gerettet werden. Für die kommenden Jahre werden noch Drohnenpilotinnen und -piloten gesucht, die sich bei der Rettung engagieren möchten. Der Vorstand hat beschlossen, diesen Freiwilligen den Pilotenschein zu finanzieren, sofern sie die Wildtierrettung mindestens drei Jahre unterstützen.
Der Verein wurde auch in der Kirchengemeinde Eitzendorf tätig. Dort soll der Friedhof rund um die Kirche naturnaher gestaltet werden.
Anschließend hielt Jürgen Kramer einen Vortrag über die Bewirtschaftung seines landwirtschaftlichen Betriebs in Hassel. Seit über 300 Jahren wird die Hofstelle betrieben, und seit 35 Jahren wird dort biologisch gewirtschaftet. Neben traditionellen Anbaumethoden hat dort längst auch moderne Technik Einzug gehalten. So werden beispielsweise erfolgreich autonome Roboter zur Unkrautbekämpfung eingesetzt. Der reine Ackerbaubetrieb setzt auf die Hauptkulturen Möhren, Zwiebeln und Kartoffeln und bewirtschaftet etwa 200 Hektar. Ganz neu sind erste Versuche im Bereich Agroforst. An Ideen und Engagement fehlt es der Familie Kramer ganz sicher nicht, und die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern, um den Betrieb weiterzuführen.
Zum Abschluss der Sitzung berichteten Ehler Harms und Frauke Litzkuhn über Vorhaben im Zusammenhang mit Schleiereulen und Rauchschwalben. Den Schlusspunkt bildete die Ehrung von 15 Mitgliedern für ihre zehnjährige Mitgliedschaft. Der Vorsitzende, Dr. Röhrs, bedankte sich bei allen mit einem kleinen Geschenk für das unermüdliche Engagement für die heimische Natur und hofft auf weitere positive Entwicklungen für den Naturschutz in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya.
Bild: 10-jährige Mitgliedschaft
v.l.n.r.: Heinrich Brockmann, Marc Fleischer, Maren Herb, Vorsitzender Dr. Arne Röhrs, Frauke Litzkuhn, Richard Voss
